Historisches

Der Bayerische Bahnhof wurde von 1841 bis 1844 nach Entwürfen der Leipziger Architekten Christian August Eduard Pötzsch errichtet. Das Gebäude in klassizistischer Architektur war der nördliche Endpunkt der Sächsisch-Bayerischen Eisenbahn, die am 18. September 1842 in Betrieb ging. 1876 nahmen auf dem Gelände des Bahnhofs der neue Kohlebahnhof und ein Bahnbetriebswerk ihre Arbeit auf. Letzteres diente u.a. zur Bespannung der Reise- und Güterzüge und wurde 1952 geschlossen.

Der Bahnhof selbst hatte vier Gleise sowie eine 95 m lange Überdachung. Die Ost- und Westbebauung war annähernd symmetrisch. Die Westbebauung diente als „Abfahrtsseite“ und die Ostbebauung als „Ankunftsseite”. Seit der Eröffnung des Hauptbahnhofes 1912 diente er nur noch dem Nah- und Güterverkehr sowie für Messesonderzüge. Bei den Luftangriffen auf Leipzig am 4. Dezember 1943 und 20. Februar 1944 wurde der Bahnhof und das Bahnbetriebswerk teilweise zerstört. Während der Portikus und die Gebäude der Westseite weitgehend erhalten blieben, brannte die hölzerne Bahnhofshalle aus; auch die Gebäude der Ostseite mussten später größtenteils abgerissen werden.

Zu DDR-Zeiten wurde der Ostteil (Ankunftsseite) des Bahnhofs als Verwaltungsgebäude, Zweigstelle des medizinischen Dienstes und als Wohnungen genutzt. Im Westteil (Abfahrtsseite) waren entsprechende Funktionseinrichtungen wie Schalterhalle, Fahrkartenausgabe, die Gepäckaufbewahrung sowie eine Mitropa und ein Zeitungskiosk. Auch mehrere Wohnungen befanden sich im Gebäude. Bis 1989 diente er als Messebahnhof – zu den Messen kamen zahlreiche Züge aus Ungarn, Polen und der CSSR, in den 1970er Jahren auch Züge aus Schweden und Finnland.

Bis 2001 wurde der Bahnhof noch für Regionalverkehr genutzt. Das Westgebäude wurde 1999 saniert, der Portikus im Jahr 1991 und 2011/2012. Ein beliebter Anziehungspunkt ist seit 2000 die „Gasthaus & Gosebrauerei Bayerischer Bahnhof“. Im Zuge des Baus des City-Tunnels zum Hauptbahnhof entstand am Bayerischen Bahnhof bis Dezember 2013 eine unterirdische Station. Der Bahnhof wurde in das neu gestaltete Netz der S-Bahn Mitteldeutschland integriert.